Ludwig Prautzsch (*1926)

Bachs Weihnachtsoratorium und die polnische Königswahl


Artikelnr.: EM 1598
ISBN: 978-3-87537-329-5

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Die gründliche Untersuchung der Werke Bachs führt über die Betrachtung der Texte der Huldigungskantate und des Weihnachtsoratoriums zur Arbeit des Komponisten sowohl bei der Vertonung als auch bei der Niederschrift der Partitur. Daraus erwächst die Erkenntnis, dass Bach von vornherein das Weihnachtsoratorium als seine Antwort auf die Irrwege fürstlicher Machtpolitik geplant haben könnte.

Was hat Johann Sebastian Bach veranlasst, nach dem Tode August des Starken 1733 dem neuen Kurfürsten keine neue Geburtstagskantate zu komponieren? Statt dessen schrieb er abweichend vom bisherigen Brauch große Huldigungskantaten für dessen Gemahlin und den erst elfjährigen Erbprinzen. Warum hat Bach 1734 einen großen Teil der Chöre und Arien für das Weihnachtsoratorium aus mehreren Huldigungskantaten für das Haus seines Landesfürsten übernommen? Konnte daraus ein Werk entstehen, das in seiner Form und seiner Aussage der Botschaft eines der großen Feste der Christenheit entspricht?
Diese Fragen bewegten Ludwig Prautzsch bei vielen Aufführungen des wohl beliebtesten Oratoriums. Seine Untersuchung beginnt bei der politischen Lage in Sachsen zur Zeit Bachs. Prautzsch zeigt auf, wie sich die politischen Ereignisse dieser Jahre, in denen die Nachfolge August des Starken auf dem polnischen Königsthron geregelt werden musste und die Heere Russlands, Österreichs und Sachsens in Polen einmarschierten, in Bachs Werken widerspiegeln.